DAS BUSINESSMAGAZIN DER JUNGEN WIRTSCHAFT KÄRNTEN 01 2026 ERFOLGS FORMAT Neue Chancen für die nächste Unternehmergeneration DEINE IDEE. DEINE ZUKUNFT. DEIN NETZWERK. Zukunft entsteht nicht irgendwo. Sie entsteht dort, wo junge Menschen Ideen haben, Chancen ergreifen und gemeinsam etwas bewegen. Die Junge Wirtschaft Kärnten ist genau dafür DEIN NETZWERK. → Wissen. Kontakte. Chancen. Unterstützung. Du willst mehr bewegen? WERDE FUNKTIONÄR:IN UND GESTALTE DIE JUNGE WIRTSCHAFT KÄRNTEN AKTIV MIT. Alle Infos und Anmeldung unter jungewirtschaft.at/kaernten GESTALTE DEINE UNTERNEHMERISCHE ZUKUNFT MIT DER JUNGEN WIRTSCHAFT KÄRNTEN. →JetztkostenlosMitgliedwerden: linkedin.com/company/junge-wirtschaft-kärnten-jwinstagram.com/jungewirtschaftkaerntenfacebook.com/jungewirtschaftkaerntenDas erwartet dich in dieser Ausgabe Z ukunft passiert nicht einfach. Sie entsteht dort, wo Men- schen Chancen erkennen, Verantwortung übernehmen und den Mut haben, Dinge neu zu denken. Genau darum geht es in dieser Ausgabe: um die Chancen, die vor uns liegen, und um die Menschen, die sie ergreifen. Denn Unternehmertum bedeutet heute, Veränderungen aktiv zu gestalten, neue Wege zu gehen und aus Ideen konkrete Mög- lichkeiten zu machen. ■Wie können wir Kärnten für internationale Talente attraktiver machen und dafür sorgen, dass sie nicht nur hier studieren, sondern auch ihre berufliche Zukunft bei uns sehen? ■Welche Chancen bietet die Betriebsnachfolge jungen Menschen, die Verantwortung übernehmen und gleichzeitig ihre eigenen Visionen verwirklichen wollen – nicht nur im eigenen Familienunternehmen? ■Und wie verändert künstliche Intelligenz unseren unternehmerischen Alltag, ohne dass dabei das verloren geht, was uns als Menschen ausmacht? Wir werfen außerdem einen Blick darauf, warum Unterneh- mergeist schon in der Schule beginnt und welche Ideen junge Menschen heute schon entwickeln. Was unsere JW-Veranstaltungen zeigen: Zukunft entsteht nicht im Alleingang. Sie entsteht durch Austausch, Netzwerke, Wissen und den Mut, einfach anzufangen. Die aktuelle Ausgabe „Build Your Future“ ist deshalb eine Einladung, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Denn die nächste Unternehmergeneration wartet nicht auf bessere Zeiten. Sie macht sie. Inhalt Bildungsstandort Kärnten Gekommen, um zu bleiben? /////////////////////////4 Young Professionals Gekommen, um zu bleiben! /////////////////////////8 Junior-Company-Wettbewerb Junge Ideen auf großer Bühne ////////////////////10 Wirtschaftskompetenz Zukunft braucht Unternehmergeist ////////////// 12 Betriebsnachfolge Starkes Unternehmen sucht Zukunft /////////////14 Betriebsnachfolge in Kärnten //////////////////////17 KI clever nutzen „KI kennt Daten, aber Menschen verstehen Kontext.“ ////////////////////////////////18 Veranstaltungen der JW Rückblicke ///////////////////////////////////////////20 Wie wird Österreich im Jahr 2035 aussehen? Um diese Frage geht es im Zukunftsbuch „35 BLICKE VORAUS“. Wir verlosen fünf Exemplare und laden zum Blick nach vorn ein. Mehr dazu auf Seite 13. 3 ERFOLGSFORMAT 01/2026Kärntens Hochschulen werden internationaler. Das ist positiv für einen Standort, der dringend qualifizierte Fachkräfte braucht. Ob diese jungen Leute allerdings hierbleiben, entscheidet sich erst nach dem Studium: bei Jobs, Wohnraum, Sprache und der Frage, wie ernst Kärnten seine Willkommenskultur meint. BILDUNGSSTANDORT KÄRNTEN Gekommen, um zu bleiben? A n Kärntens Hochschulen studieren junge Men- schen aus aller Welt Fächer wie International Business, Artificial Intelligence, Engineering, Digital Marketing oder Green Transition. Uni und FH haben ihr englischsprachiges Angebot in den vergange- nen Jahren deutlich ausgebaut, der Anteil ausländischer Studierender steigt merklich. Für Kärnten ist das mehr als ein Bildungsthema: In vielen dieser Bereiche sucht die Wirtschaft dringend qualifizierte Fachkräfte. ZWISCHEN 17 UND 30 PROZENT INTERNATIONAL An der Alpen-Adria-Universität kommen mittlerweile mehr als 30 Prozent der Studierenden aus dem Ausland. Besonders hoch ist der Anteil in Studiengängen, die international ausgerichtet und meist englischsprachig sind: in Technik, Wirtschaft, Medien- und Kommunikati- onswissenschaften. Auch die CU Hochschule Kärnten – vormals FH Kärn- ten – hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Derzeit liegt der Anteil internationaler Studierender bei rund 17 Prozent, vor fünf Jahren waren es knapp 11. Besonders stark vertreten sind sie in englischsprachigen Bachelor- und Masterprogrammen, etwa an der Schnitt- stelle von Management, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik. Der neue Name ist Teil dieser Strategie. „Der international verständliche Markenauftritt stärkt die Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit auf dem globalen Bildungsmarkt, um für Studieninteressierte aus dem Ausland noch attraktiver zu werden“, sagt Petra Bergauer, Sprecherin der CU Hochschule Kärnten. Internationalisierung ist damit längst mehr als ein akade- misches Schlagwort. Sie ist Standortpolitik. Denn viele jener Studiengänge, die internationale Studierende nach Fotos: depositphotos, C. Moswitzer/depositphotos, AAU/Waschnig. 4 ERFOLGSFORMAT 01/2026Der Bleibe- wunsch ist hoch: 85 bis 90 Prozent der internationalen Studierenden wollen nach dem Abschluss beruflich in der Region Fuß fassen. Internationale Studierende in Kärnten An der Alpen-Adria-Universi- tät kommen mittlerweile mehr als 30 Prozent der Studieren- den aus dem Ausland. Die CU Hochschule Kärnten liegt aktuell bei rund 17 Pro- zent – vor fünf Jahren waren es noch knapp 11 Prozent. Kärnten bringen, liegen genau dort, wo die Wirtschaft dringend Nachwuchs braucht: in IT, Technik, Enginee- ring, künstlicher Intelligenz, Wirtschaft und digitalen Technologien. Die Hochschulen werden so zu Talentmag- neten für eine Region, die im demografischen Wandel um jede qualifizierte Fachkraft kämpfen muss. VIELE MÖCHTEN BLEIBEN Die CU Hochschule Kärnten richtet ihre Studienangebo- te an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts aus. Die aktuelle Strategie ist klar: Talente aus aller Welt sollen für jene Fachrichtungen gewonnen werden, die in der Region gebraucht werden. Geschäftsführer Martin Waiguny formuliert es so: „Heutzutage geht es für die Wirtschaft und Gesellschaft darum, ausreichend Talente zu rekrutieren. Die CU Hochschule Kärnten setzt auch zur Stärkung der Region bewusst auf internationale Attraktivität. Wir haben neben der Zukunftsfitness der Studiengänge auch immer deren internationale Wettbe- werbsfähigkeit im Blick.“ Auch die Alpen-Adria-Universität sieht es als eine ihrer zentralen Aufgaben, hochqualifizier- te Fachkräfte auszubilden, die zur wirtschaftli- chen und gesellschaftlichen Entwicklung Kärntens beitragen können. Das gilt ausdrück- lich auch für internationale Studierende. Besonders in Technik, Ingenieurwissenschaf- ten, Informatik, künstlicher Intelligenz, Wirtschaft und digitalen Medien sieht sie großes Potenzial für den Standort. „Viele von den internationalen Studierenden möchten nach ihrem Studium in Österreich bleiben, ihre Qualifikation hier einbringen“, sagt Annegret Landes von der Alpen-Adria-Uni- versität. „Darin liegt eine große Chance für Kärnten.“ Doch zwischen Potenzial und Wirklichkeit gibt es eine Lücke. Während die Zahl internationaler Studierender steigt, weiß man wenig darüber, wie viele nach dem Abschluss tatsächlich in Kärnten bleiben. Die CU Hoch- schule Kärnten verfügt nach eigenen Angaben über keine validen Daten dazu. Auch bei der Alpen-Ad- ria-Universität gibt es keine offizielle Ver- bleibsquote. Was es gibt, ist ein bemerkenswerter Hinweis: Eine Befragung des Karriere-Service der Universität Ende 2025 zeigte, dass rund 90 Prozent der inter- nationalen Studierenden außerhalb der technischen Studienrichtungen und knapp 85 Prozent der Technikstudierenden nach dem Studium beruflich in der Region Fuß fassen wollen. ANDOCKEN ALLEIN REICHT NICHT Das ist eine starke Zahl. Und eine offene Aufgabe. Denn bleiben zu wollen, heißt noch nicht, bleiben zu können. Ob aus internatio- nalen Studierenden tatsächlich Kärntner Fachkräfte, Gründer:innen, Forscher:innen oder Mitarbeiter:innen werden, entscheidet sich an vielen Übergängen: beim ersten Praktikum, beim Nebenjob, bei der Abschlussarbeit, beim Berufseinstieg, bei der Wohnungssuche, beim Deutschlernen, bei Behördenwegen. Und nicht zuletzt daran, ob Unterneh- men internationale Talente wirklich als Chance sehen. An den Hochschulen selbst wird diesbezüglich bereits an vielen Schrauben gedreht. Die Alpen-Adria-Universi- tät setzt etwa auf Welcome Days, Welcome Center, International Peer Mentoring, Career Service, Deutsch- kurse und Matching-Formate mit Unternehmen. Die CU Hochschule Kärnten versucht, internationale Studieren- de über Programme wie Study&Work, Career Service oder Deutschkurse möglichst früh mit regionalen Betrie- ben zu vernetzen. All das kann Türen öffnen. Ob je- mand hindurchgeht, entscheidet sich aber außerhalb der Hochschulmauern. Dort zeigt sich, ob aus Kontakten Praktika oder Jobs werden. Sprich: aus einem Studien- aufenthalt eine Zukunft in Kärnten. Kärnten ist nicht nur als Bildungsstandort attraktiv, sondern auch für den darauffolgenden Berufseinstieg – sofern die richtigen Chancen geboten werden with love from Carinthia Fotos: depositphotos, C. Moswitzer/depositphotos, AAU/Waschnig. 5 ERFOLGSFORMAT 01/2026Studierende aus aller Welt in Kärnten SPRACHE ALS TÜRÖFFNER Eine zentrale Hürde bleibt die Sprache. Viele internationa- le Studierende absolvieren englischsprachige Studiengän- ge, treffen am Kärntner Arbeitsmarkt aber auf Unternehmen, die sehr gutes Deutsch voraussetzen. An beiden Kärntner Hochschulen weist man internationale Studierende deshalb früh auf die Bedeutung von Deutsch- kenntnissen hin und unterstützt sie beim Spracherwerb. „Um Integration zusätzlich zu erleichtern, wäre ein stärker strukturiertes und leistbares Angebot zum Erwerb oder zur Vertiefung von Deutschkenntnissen wünschenswert“, sagt Landes. „Auch Unternehmen können hier mithelfen, indem sie den Spracherwerb gezielt im beruflichen Um- feld unterstützen.“ Die CU Hochschule Kärnten sieht daneben einen weiteren Hebel: mehr englischsprachige Arbeitsplätze, Praktika und Studierendenjobs. Denn nicht jede Brücke in den Kärntner Arbeitsmarkt kann allein über perfektes Deutsch führen. Entscheidend ist auch, ob Unternehmen internationale Talente früh kennenlernen und ihnen Einstiegsmöglich- keiten bieten. Wo Praktika, Abschlussarbeiten oder stu- dentische Mitarbeit gelingen, entsteht Vertrauen auf beiden Seiten. Wo solche Brücken fehlen, führt der nächs- te Karriereschritt oft woandershin: nach Wien, München, Zürich oder zurück ins Herkunftsland. Attraktive Studiengänge waren der Anfang. Nun braucht es Unternehmen, die internationale Talente früh einbinden und ihnen echte Einstiegsmöglichkeiten bieten. • Über 50 Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Weiterbildungslehrgänge in den Bereichen Technik, Wirtschaft/Management, Gesundheit und Soziales Alpen-Adria-Universität CU Hochschule Kärnten (vormals FH) Rund 13.300 Studierende, davon mehr als 30 % internationale Studierende Rund 4.700 Studierende inklusive Weiterbildungslehrgängen, davon rund 17 % internationale Studierende • 23 Bachelorstudien • 31 Masterstudien • 14 Lehramts-Unterrichtsfächer • 5 Doktoratsstudien Internationale Studierende in Kärnten kommen aus mehr als 100 Ländern 6 ERFOLGSFORMAT 01/2026STANDORTFAKTOR LEISTBARES WOHNEN Dann wäre da noch das Thema Wohnen. Junge Men- schen müssen die Chance erhalten, leistbar anzukom- men. Noch ist Kärnten kein Hochpreisland wie Salzburg, Tirol oder Wien, doch der Abstand schrumpft. Die Angebotsmieten liegen laut aktueller ImmoScout24-Ana- lyse bereits nahe am Österreichschnitt, zugleich wächst die Nachfrage stärker als das Angebot. Besonders im Zentralraum rund um Klagenfurt und Villach spüren Studierende und junge Berufseinsteiger den Druck. Und auch bei Eigentum zeigt die jüngste ImmoScout24-Aus- wertung: Kärnten ist kein billiger Ausweichmarkt mehr. Bei Eigentumswohnungen verzeichneten wir im ersten Halbjahr 2026 den stärksten Preisanstieg Österreichs. Damit wird studentischer und leistbarer Wohnraum zu einem harten Wettbewerbsfaktor. Die Hochschulen bemühen sich zwar um Initiativen, Kontakte zu Vermie- ter:innen, Abstimmungen mit Gemeinden und einzelne Wohnprojekte. Doch der große Wurf ist bisher ausge- blieben. Er wäre auch nicht allein Sache der Hochschu- len, sondern eine Frage politischen Lenkungswillens: Wer internationale Talente nicht nur für ein paar Semester gewinnen, sondern langfristig halten will, muss Wohnen als Teil der Standortpolitik begreifen. Zugleich hat Kärnten in den vergangenen Jahren viel dafür getan, als Bildungs- und Wirtschaftsstandort international sichtbarer zu werden. Rund um die Hoch- schulen wächst ein Ökosystem aus Technologieunter- nehmen, Forschungseinrichtungen und Unterstützungs - angeboten: vom Lakeside Park über den High Tech Campus Villach bis zu Infineon, Silicon Austria Labs, WKO, BABEG, Carinthian Welcome Center und Carinthian International Center. NEXT STOP: EINE GEMEINSAME LINIE Gerade weil der Standort an Profil gewonnen hat, stellt sich die Frage umso dringlicher: Gibt es bereits eine geschlossene Kette vom internationalen Studien- interesse bis zum ersten fixen Job in Kärnten? Oder arbeiten viele Akteur:innen zwar engagiert, aber doch jede:r für sich? „Um internationale Talente nachhaltig für Kärnten zu gewinnen, sollten diese Maßnahmen und Kompetenzen noch stärker strategisch gebündelt werden“, merkt Unisprecherin Landes an. Es geht also nicht mehr nur darum, ob Kärnten inter- nationale Studierende gewinnen kann. Das gelingt ja zunehmend. Die größere Aufgabe ist, aus ihnen langfristige Fachkräfte für den Standort zu machen. Attraktive Studiengänge waren der Anfang. Nun braucht es Unternehmen, die internationale Talente früh einbinden. Genauso wie Behörden, die Übergän- ge erleichtern. Leistbaren Wohnraum, funktionieren- de Sprachangebote. Und eine Willkommenskultur, die nicht nur versprochen, sondern im Alltag erlebt wird. Ob aus der wachsenden Internationalisierung an Kärntens Hochschulen ein echter Standortvorteil wird, entscheidet sich also daran, wie gut Kärnten die nächsten Schritte organisiert: gemeinsam, verbindlich und mit dem Anspruch, internationale Talente gut auszubilden. Und ihnen danach eine realistische Zukunft zu eröffnen. (WJ) ■ Kärnten war lange der günstigere Wohnstandort. Nun rückt das Bundesland preislich näher an den Österreichschnitt. Mit Folgen für alle, die neu ankommen. € 12,70 durchschnittlicher Mietpreis pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten in Kärnten + 14,4 % Preissteigerung bei Wohnkosten im privaten Bereich seit 2023 laut AK-Wohnkostenstudie € 5.322 durchschnittlicher Quadratmeterpreis für eine Neubauwohnung in Kärnten + 7 % Preisanstieg seit 2025 bei Eigentums wohnungen in Kärnten laut ImmoScout24 Leistbarer Wohnraum bleibt neben der Kinderbetreuung eine Herausforderung für junge Menschen in Kärnten Fotos: AAU/Maria Wawrzyniak, depositphotos (2). 7 ERFOLGSFORMAT 01/2026YOUNG PROFESSIONALS Gekommen, um zu bleiben! Juliana Petri Mendes ■ Herkunftsland: Brasilien ■ Ausbildung: Bachelor Intercultural Management, CU Hochschule Kärnten ■ Tätigkeit: HR Specialist, FERCAM Austria GmbH Juliana Petri Mendes kam zum Studium nach Kärnten. An der CU Hochschule Kärnten wählte sie Intercultural Management, weil sie dort fand, was sie suchte: Wirtschaft, Praxisnähe und den Blick über Grenzen hinweg. Ein Studium für eine inter- nationale Arbeitswelt und für Menschen, die darin vermitteln wollen. Während des Studiums arbeitete sie neun Monate in Teilzeit in einem Kärntner Start-up. Sie knüpfte erste Kontakte und sam- melte Praxiserfahrung. Später forschte sie in ihrer Bachelor- arbeit dazu, wie interkulturelle Trainings lateinamerikanischen Expatriates beim Ankommen in Österreich helfen können. Die Fallstudie führte sie schließlich in ein internationales Unter- nehmen: Aus Studium, Forschung und Praxis wurde ihr Weg in den HR-Bereich bei FERCAM Austria. Heute arbeitet sie dort als HR Specialist. Geblieben sind auch viele Kontakte aus der Studienzeit. Und Kärnten ist für sie längst mehr als ein Studienort: Sie reist gerne, geht wandern und schwimmt in den Kärntner Seen. „Die Kontakte, die ich an der CU Hochschule Kärnten geknüpft habe, sind bis heute wichtig, persönlich wie beruflich.“ Daniele Lorenzi ■ Herkunftsland: Italien ■ Ausbildung: Bachelor Information Engineering und Master Information and Communications Technology for Internet and Multimedia Engineering, Universität Padua; Aus- landssemester, Praktikum und Doktoratsstudium an der Alpen-Adria-Universität ■ Tätigkeit: Web-Player-Team, Bitmovin Daniele Lorenzi kam aus Padua nach Klagenfurt, laut ur- sprünglichem Plan nur für ein Auslandssemester. Doch aus ein paar Monaten wurde eine längerfristige Perspektive. Während seines Semesters lernte er nicht nur die Universität kennen, sondern auch Kärnten. Er schätzte schnell die kurzen Wege und die Nähe zu Seen und Bergen. Und zwei entschei- dende Motive kamen obendrauf. Lorenzi verliebte sich in seine heutige Partnerin, gleichzeitig bekam er die Möglichkeit, ein Praktikum in jenem Forschungsbereich zu beginnen, in dem er später weiterarbeitete. Über das CD Labor ATHENA, in dem er sein Praktikum und danach sein Doktoratsstudium absolvierte, entstand der Kontakt zu Bitmovin. Für ihn war der Einstieg dort der logische nächste Schritt: ein internationales Unternehmen, innovative Technologien und spannende Projekte. Heute ist Lorenzi Teil des Web-Player-Teams. Kärntens Stärke sieht er im Mix aus beruflichen Möglichkeiten, aktiven Hochschulen, internationa- len Unternehmen und hoher Lebensqualität. Damit mehr in- ternationale Talente bleiben, brauche es aus seiner Sicht noch engere Beziehungen zwischen Hochschulen und Wirtschaft. „Die Kombination aus persönlichen und beruflichen Perspektiven hat mich dazu bewegt, in Kärnten zu bleiben.“ 8 ERFOLGSFORMAT 01/2026 bleiben! Lisa Kopper ■ Herkunftsland: Deutschland ■ Ausbildung: Master in Media and Convergence Management, Alpen-Adria-Universität ■ Tätigkeit: Projektleitung internationales EU-Projekt, Kärnten Netz Lisa Kopper kam für den Master in Media and Convergence Management nach Klagenfurt. Sie suchte ein Studium, das Business, Technologie und Kommunikation verbindet. Zur Wahl standen die Niederlande und Kärnten, am Ende ent- schied das Bauchgefühl. Geblieben ist sie nicht wegen eines großen Plans, eher weil sich vieles ergab. Während des Studiums lernte sie ihren Part- ner kennen, der ebenfalls aus dem Ausland nach Klagenfurt gekommen war. Über ein Praktikum bei der Kelag erhielt sie erste Einblicke in den Kärntner Arbeitsmarkt, wo sie wichtige Kontakte knüpfte. Danach begann sie bei der Kärnten Netz und merkte schnell: Man muss hier nicht lange auf Verantwor- tung warten. Heute leitet Kopper ein internationales EU-Projekt mit Part- nern aus mehreren Ländern. Kärnten ist vergleichsweise klein, sagt sie, und trotzdem arbeitet man hier an Themen, die weit über die Landesgrenzen hinausreichen. Genau diese Mischung macht für sie den Reiz aus: Chancen, kurze Wege, persönli- ches Miteinander, Seen und Berge. „Man kann hier an großen Themen mitarbeiten, ohne in einer anonymen Großstadt zu sitzen.“ Nikita Irishichev ■ Herkunftsland: Russland ■ Ausbildung: Bachelor in Intercultural Management, CU Hochschule Kärnten ■ Tätigkeit: Rezeptionist, Therapiehotel Josefinenhof, Warmbad Villach Nikita Irishichev kam für ein englischsprachiges Studium nach Kärnten. An der CU Hochschule Kärnten studierte er Intercultural Management, um seine Sprachkenntnisse zu ver- tiefen und sich interkulturell breiter aufzustellen. Neben dem Vollzeitstudium arbeitete er durchgehend in der Gastronomie. Studieren und arbeiten, fernab der Familie in einem fremden Land – das war nicht immer leicht. Doch genau daraus ent- stand Schritt für Schritt Nikitas Weg. Ein Pflichtpraktikum führte ihn ins Qualitätsmanagement nach Warmbad Villach, dort blieb er auch nach dem Abschluss. Heute arbeitet er als Rezeptionist im Therapiehotel Josefinen- hof, im Herbst beginnt er zusätzlich ein Masterstudium. Das Studium habe ihm Sicherheit gegeben, seine Kommu- nikationsfähigkeit gestärkt und die Basis geschaffen, seine berufliche Zukunft in Österreich aufzubauen. Sein Rat an andere: Deutsch lernen, Netzwerke knüpfen, offenbleiben und bei neuen Chancen einfach mal Ja sagen. „Das Studium hat eine wichtige Grundlage dafür geschaffen, meine berufliche Zukunft und Karriere in Österreich aufzubauen.“ Fotos: privat/KK (3), AAU/Romy Müller, Shutterstock. 9 ERFOLGSFORMAT 01/2026Next >