Gekommen, um zu bleiben?
Bildungsstandort Kärnten
Kärntens Hochschulen werden internationaler. Das ist positiv für einen Standort, der dringend qualifizierte Fachkräfte braucht. Ob diese jungen Leute allerdings hierbleiben, entscheidet sich erst nach dem Studium: bei Jobs, Wohnraum, Sprache und der Frage, wie ernst Kärnten seine Willkommenskultur meint.
An Kärntens Hochschulen studieren junge Menschen aus aller Welt Fächer wie International Business, Artificial Intelligence, Engineering, Digital Marketing oder Green Transition. Uni und FH haben ihr englischsprachiges Angebot in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut, der Anteil ausländischer Studierender steigt merklich. Für Kärnten ist das mehr als ein Bildungsthema: In vielen dieser Bereiche sucht die Wirtschaft dringend qualifizierte Fachkräfte.
Zwischen 17 und 30 Prozent international
An der Alpen-Adria-Universität kommen mittlerweile mehr als 30 Prozent der Studierenden aus dem Ausland. Besonders hoch ist der Anteil in Studiengängen, die international ausgerichtet und meist englischsprachig sind: in Technik, Wirtschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften.
Auch die CU Hochschule Kärnten – vormals FH Kärnten – hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Derzeit liegt der Anteil internationaler Studierender bei rund 17 Prozent, vor fünf Jahren waren es knapp 11. Besonders stark vertreten sind sie in englischsprachigen Bachelor- und Masterprogrammen, etwa an der Schnittstelle von Management, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik.
Der neue Name ist Teil dieser Strategie. „Der international verständliche Markenauftritt stärkt die Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit auf dem globalen Bildungsmarkt, um für Studieninteressierte aus dem Ausland noch attraktiver zu werden“, sagt Petra Bergauer, Sprecherin der CU Hochschule Kärnten.
Internationalisierung ist damit längst mehr als ein akademisches Schlagwort. Sie ist Standortpolitik. Denn viele jener Studiengänge, die internationale Studierende nach Kärnten bringen, liegen genau dort, wo die Wirtschaft dringend Nachwuchs braucht: in IT, Technik, Engineering, künstlicher Intelligenz, Wirtschaft und digitalen Technologien. Die Hochschulen werden so zu Talentmagneten für eine Region, die im demografischen Wandel um jede qualifizierte Fachkraft kämpfen muss.